Challenge accepted? Viraler Spaß und seine Grenzen

Ob zum Zeitvertreib oder um etwas Gutes zu tun, ob allein oder zu zweit, miteinander oder gegeneinander, Zuhause oder in der Öffentlichkeit – Challenges sind vielfältig, kreativ und meistens ziemlich lustig. Dabei ist es ganz egal, ob du dich für Fitness, Tanzen oder Spiele wie Fortnite und die Sims 4 interessierst. Für jede und jeden ist etwas dabei und alle können mitmachen. Manche Challenges verschwinden kurz nachdem sie aufgetaucht sind. Andere werden viral durch Instagram, YouTube und Co. Besonders TikTok ist zum Ursprung vieler Trends geworden.

Aber wusstest du, dass manchmal mehr als eine witzige Idee gegen Langeweile dahintersteckt?

#werbung

Challenges sind angesagt, verbreiteten sich schnell und sind einfach zu finden. Das haben nicht nur die Kreativen im Internet verstanden, sondern auch Firmen. Manche Unternehmen versuchen selbst virale Challenges zu kreieren, in denen dann ihre Ware beworben oder einfach ihr Name verbreitet wird. Zum Beispiel gab es #dothecolonel von KFC oder #pulverdichauf von Ahoj Brause. Dabei sieht man schon, dass es nicht immer sehr offensichtlich sein muss, was die Hashtags bedeuten und welche Absicht dahintersteckt. Während Promis und Influencerinnen und Influencer mit großer Reichweite meistens für Werbung bezahlt werden, versuchen Firmen über solche  Challenges kostenlos für ihre Produkte werben zu lassen – und zwar von dir!

 Tipps: Mach dich schlau, von wem Challenges gestartet wurden. Dann unterstützt du nicht ungewollt ein Unternehmen, dessen Moral du nicht teilst und machst keine kostenlose Werbung.

Du entscheidest

Viele Challenges leben davon, dass du Freundinnen und Freunde nominierst. Manche haben nach einer Nominierung das Gefühl, sie müssten mitmachen, um niemanden zu enttäuschen. Doch nicht jede Aufgabe liegt jeder Person. Manche finden es vielleicht nicht lustig, zu extrem oder ihnen liegt die Herausforderung einfach nicht. Bei der #BottleCapChallenge soll eine Flasche mit einem Fußkick geöffnet werden. Nur sind nicht alle super sportlich oder haben Kampfsporterfahrungen. Beim Harlem Shake geht es darum, möglichst witzig zu tanzen, was manchen einfach zu peinlich ist. Respektiere es, wenn Freudinnen oder Freunde nicht auf deine Nominierung reagieren oder mitmachen wollen. Alle haben das Recht selbst zu entscheiden, ob sie eine Nominierung annehmen, genauso wie du.

 Tipps:

  • Teile nichts, was dir später peinlich sein könnte. Denn alles, was du im Internet postest, wird dort noch lange zu finden sein.  
  • Traue dich „Nein“ zu sagen, wenn du an einer Challenge nicht teilnehmen möchtest.
  • Überlege dir auch, ob du dein Profil wirklich dafür auf öffentlich stellen möchtest. Du weißt nicht, ob und wie deine Infos, Bilder und Videos weiterverbreitet werden. Im schlimmsten Fall könnten sie aus dem Kontext gerissen und gegen dich verwendet werden.

 

Just (don’t) do it

Manche Challenges wirken lustig, können aber ziemlich gefährlich sein. Dabei muss das Risiko nicht immer offensichtlich sein. Die Fails bei der Zimt-Challenge sehen vielleicht witzig aus, können aber zu ernsthaften gesundheitlichen Schäden führen. Es ist fast unmöglich einen Löffel Zimt zu schlucken, ohne etwas dabei zu trinken. Das Zimtpulver trocknet den Mund sofort aus. Zudem kann das Zimtpulver die Lunge beschädigen, im schlimmsten Fall droht sogar die Gefahr daran zu ersticken. Die Challenge hat schon mehrere Leute ins Krankhaus gebracht.  

Die Kulikitaka-Challenge oder #scaringcowchallenge wirkt in Videos witzig. Einzelne Kühe oder sogar eine Herde zu erschrecken ist aber nicht die cleverste Idee. Geraten die Tiere in Panik, sind sie kaum noch zu stoppen. Sind Kälber dabei, kann es passieren, dass die Muttertiere nicht die Flucht antreten, sondern ihre Kälber verteidigen wollen und angreifen. Und lustig finden sie das bestimmt nicht.

 

 Tipps:

  • Spaß hat seine Grenzen - Bringe dich und andere nicht in Gefahr! Google am besten vorher, ob eine Challenge Risiken birgt.  
  • Solltest du etwas ausprobiert haben, das dir im Nachhinein gefährlich vorkommt, teile deinen Versuch nicht im Internet, um nicht noch mehr Aufmerksamkeit für gefährliche Trends zu generieren. 

Bei anderen Challenges ist die Gefahr ganz offensichtlich. Bei der SkullBreaker-Challenge wurden andere absichtlich in Gefahr gebracht, um Teil eines Trends zu sein. Wer sowas macht, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Und ganz ehrlich, wer ahnungslose Personen zum Stürzen bringt, um cool zu sein, ist es nicht!

Leider können auch harmlose Challenges unangenehm enden. Bei der Jerusalema-Challenge wurde z. B. Musik verwendet, für die eigentlich eine Lizenz erworben werden muss. Hier schützt dich auch nicht, dass viele andere diese ebenfalls verwendet haben. Verzichte also im Zweifelsfall lieber auf die Musik.

Letztendlich sollen Challenges Menschen miteinander verbinden und Spaß machen. Und das tun sie meistens auch, wenn man auf ein paar Dinge achtet:

  • Überleg dir, was die ursprüngliche Message der Challenge ist und ob du diese verbreiten möchtest!
  • Ist es das wert dein Profil auf öffentlich zu schalten, um an Challenges teilzunehmen?
  • Wird Musik verwendet, die nicht frei verfügbar ist? Hier könnten Kosten entstehen!
  • Kann die Challenge gefährliche Folgen haben? Teile sie nicht und bringe dich und andere nicht in Gefahr.